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Sonderforschungsbereich 1567

Sonderforschungsbereich „Virtuelle Lebenswelten“ wird weitergefördert

© SFB Virtuelle Lebenswelten
Forschende erkunden virtuelle Umgebungen im Rahmen des Sonderforschungsbereichs „Virtuelle Lebenswelten“ und untersuchen dabei, wie Virtualität Alltagspraktiken, Bildung, Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe prägt.
Virtualität ist längst Teil des Alltags geworden. Wie tief sie in Kommunikation, Wissenstransfer, Körper- und Affektpraktiken, gesellschaftliche Aushandlungen, ökonomische Strukturen, Sprache, Subjektivierungen und Formen des Zusammenlebens hineinwirkt, hat der Sonderforschungsbereich 1567 „Virtuelle Lebenswelten“ seit 2022 gezeigt. Nun hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft eine zweite Förderphase für den Verbund bewilligt, der in den Potenzialbereich „Engaging Complexity – Knowledge, Media & Society“ des Ruhr Innovation Labs eingebettet ist. Die Ruhr-Universität Bochum koordiniert das Vorhaben; Forschende der Universitätsallianz Ruhr sind beteiligt, darunter drei Forscherinnen der TU Dortmund.

Virtualität ist längst Teil des Alltags geworden. Wie tief sie in Kommunikation, Wissenstransfer, Körper- und Affektpraktiken, gesellschaftliche Aushandlungen, ökonomische Strukturen, Sprache, Subjektivierungen und Formen des Zusammenlebens hineinwirkt, hat der Sonderforschungsbereich 1567 „Virtuelle Lebenswelten“ seit 2022 gezeigt. Nun hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft eine zweite Förderphase für den Verbund bewilligt, der in den Potenzialbereich „Engaging Complexity – Knowledge, Media & Society“ des Ruhr Innovation Labs eingebettet ist. Die Ruhr-Universität Bochum koordiniert das Vorhaben; Forschende der Universitätsallianz Ruhr sind beteiligt, darunter drei Forscherinnen der TU Dortmund.

In der ersten Förderphase des Sonderforschungsbereichs (SFB) haben die Forschenden Virtualität als normalen Bestandteil lebensweltlicher Praktiken untersucht. Die Perspektive war dabei bewusst breit und umfasste die geistes-, sozial- und kulturwissenschaftliche Warte. Mit der Virtuellen Universität etablierte der SFB einen gemeinsamen Rahmen, der wissenschaftliche Arbeit, Lehre und Wissenschaftskommunikation zusammenführt. Die Forschenden richteten den Blick nicht nur auf gelingende Normalität, sondern auch auf Irritationen, Ambivalenzen und Grenzüberschreitungen – als Korrektiv zu rein effizienzgetriebenen Digitalisierungserzählungen.

In der zweiten Förderphase rücken konkrete Spannungsfelder virtueller Lebenswelten in den Fokus. Untersucht wird, wie Virtualität Schule, Hochschule, Arbeitswelt und politische Aushandlung neu ordnet, wo künstlerische Weltenentwürfe auf Fragen von Zugang, Verantwortung, Transparenz und Teilhabe – nicht zuletzt unter dem Einfluss von KI – treffen und wie zivilgesellschaftliche Reparaturpraxen mit globalen Lieferketten kollidieren.

„Virtualität ist für uns kein Effizienzinstrument, sondern ein offener, kritisch zu reflektierender Gestaltungsraum – vom Entwerfen neuer Wirklichkeiten bis hin zur KI –, der Verantwortung, Transparenz und Teilhabe einfordert“, so Sprecher Prof. Dr. Stefan Rieger vom Institut für Medienwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum. 

Herzstück der Zusammenarbeit bleibt die Virtuelle Universität, die Forschung, Lehre und Wissenschaftskommunikation verzahnt, die eigenen Virtualitätspraxen reflektiert und eine erweiterte Virtual Literacy entwickelt. Zugleich öffnet sie sich im Sinne der Third Mission in die Region: Über das Teilprojekt WIKO als Teil der Virtuellen Universität verantwortet der SFB ein regional angelegtes Citizen‑Science‑Projekt, in dem gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern inklusive Anwendungsszenarien erarbeitet werden. 

„Wir gestalten in diesem Verbund Wissenschaft aktiv, wir öffnen sie und lassen uns nicht von technischen Entwicklungen treiben. Indem wir die lebensweltliche Relevanz unserer Forschung sichtbar machen, zeigen wir: Die Erforschung von Virtualität ist kein akademischer Selbstzweck – sie hat Lebenswelten verändert und wird dies weiter tun“, sagt Stefan Rieger. 

 SFB Virtuelle Lebenswelten

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf der Website der Ruhr-Universität Bochum veröffentlicht.