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Begehrte Förderung

Drei ERC Starting Grants für das Ruhr Innovation Lab

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Portraits of Dr. André K. Eckhardt, Dr. Jeannette Oholi and Dr. Christian Preuß © D. Grote, J. Oholi, L. Lemties
Dr. André Eckhardt, Dr. Jeannette Oholi und Dr. Christian Preuß (v.l.n.r.) haben erfolgreich Förderungen für ihre Projekte eingeworben.
Der Europäische Forschungsrat (ERC) hat bekanntgegeben, dass die Projekte von Dr. André K. Eckhardt, Dr. Jeannette Oholi und Dr. Christian Preuß für fünf Jahre mit einem ERC Starting Grant in Höhe von je rund 1,5 Mio. Euro gefördert werden. Dr. Oholi und Dr. Preuß werden an der TU Dortmund zu Literatur und Erinnerungskultur bzw. zu Strahlungsprozessen in der Teilchenphysik forschen; Dr. Eckhardt an der Ruhr-Universität Bochum zum Ursprung reaktiver Phosphorverbindungen. Für einen Starting Grant hatten sich in dieser Runde rund 4.800 Forschende aus ganz Europa beworben. Die Förderquote lag bei 8,8 Prozent.

31PIRATE

In seinem Projekt 31PIRATE wird Dr. André K. Eckhardt der Frage nachgehen, ob reaktive Phosphorverbindungen, die für die ersten Schritte zur Entstehung des Lebens auf der Erde notwendig waren, im Weltall entstanden sein könnten. Dazu bildet er im Labor interstellare Eispartikel nach und behandelt sie mit energetischer Strahlung, wie sie auch im Weltall vorkommt. Mithilfe einer weltweit einzigartigen Kombination aus EPR-Spektroskopie und Phosphor-Kernspinresonanzspektroskopie will er die dabei entstehenden, kurzlebigen Verbindungen erstmals direkt beobachten und bis in wässrige Lösungen verfolgen. Das Projekt verbindet Astrochemie und präbiotische Chemie und soll klären, welche Rolle Phosphor aus dem All bei der Entstehung der ersten biologisch relevanten Moleküle gespielt haben könnte. Dr. Eckhardt hat beim Europäischen Forschungsrat zusätzlich eine Förderung in Höhe von 500.000 Euro für Messinstrumente eingeworben.

Vita Dr. André K. Eckhardt
Dr. André K. Eckhardt hat an der Justus-Liebig-Universität Gießen Chemie studiert und dort 2019 in Organischer Chemie promoviert. Im Rahmen seiner Promotion forschte er unter anderem an der University of Hawaiʻi at Mānoa, USA, und an der Universität Coimbra in Portugal. Anschließend war er als Feodor-Lynen-Postdoc am Massachusetts Institute of Technology und am Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in den USA tätig. 2022 kehrte er mit einem Humboldt-Rückkehrstipendium nach Deutschland zurück und forscht seitdem an der Ruhr-Universität Bochum: bis 2022 als Liebig-Stipendiat und seit 2024 als Emmy-Noether-Nachwuchsgruppenleiter.

SITESOFMEMORY

In ihrem Projekt SITESOFMEMORY wird Dr. Jeannette Oholi erforschen, welchen Beitrag Literatur für die Erinnerungskultur in einer pluralen Gesellschaft leisten kann. Im Mittelpunkt steht Literatur von rassifizierten – also aufgrund äußerlicher oder kultureller Merkmale kategorisierter – Autor*innen aus dem 20. und 21. Jahrhundert. Dr. Oholi baut dabei auf bestehender literatur- und kulturwissenschaftlicher Erinnerungsforschung auf, ergänzt diese aber durch den Antirassismus als eine Vision von einer gerechteren Gesellschaft. Es geht ihr um die Pluralität und Vielstimmigkeit von Erinnerungen, die im Projekt auch dadurch entstehen soll, dass sie die literarischen Texte in Verbindung miteinander betrachtet. Auf diese Weise sollen Erinnerungen sichtbar werden, die bislang nicht Teil der deutschen Erinnerungskultur waren.

Vita Dr. Jeannette Oholi
Dr. Jeannette Oholi ist Literatur- und Kulturwissenschaftlerin. Sie hat an der Universität Bayreuth Germanistik, Afrikanistik und Medienwissenschaften studiert und promovierte 2023 an der Justus-Liebig-Universität Gießen zum Thema „Afropäische Ästhetiken“. Anschließend forschte sie zwei Jahre als Mellon Postdoc Fellow im German Studies Department am Dartmouth College in den USA. Derzeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Allgemeine Kulturwissenschaften der Universität der Bundeswehr in München. Zum Start ihres ERC Starting Grants plant sie, an die TU Dortmund zu wechseln, wo sie bereits zwei Semester als Lehrbeauftragte tätig war.

PROMETHEUS

In seinem Projekt PROMETHEUS wird Dr. Christian Preuß erforschen, wie sich sub-atomare Strahlungsprozesse der starken Wechselwirkung präziser beschreiben lassen. Reaktionen zwischen Elementarteilchen, wie sie beispielsweise an Teilchenbeschleunigern wie dem Large Hadron Collider am CERN in Genf stattfinden, werden mithilfe von Simulationsprogrammen prognostiziert. Für immer mehr Messungen an Teilchenbeschleunigern reicht die Genauigkeit der gängigen theoretischen Vorhersagen aber nicht mehr aus. Das Ziel von PROMETHEUS ist es daher, diese zu verfeinern. Dafür sollen die Strahlungsprozesse in ein semi-klassisches Strahlungsmuster und quantenmechanische Korrekturen aufgeteilt und so die Präzision bestehender Modelle verbessert werden.

Vita Dr. Christian Preuß
Dr. Christian Preuß hat an der Georg-August-Universität Göttingen Physik studiert und 2021 an der Monash University in Melbourne, Australien, in Theoretischer Teilchenphysik promoviert. Anschließend war er je zwei Jahre Postdoc an der ETH Zürich und wissenschaftlicher Mitarbeiter sowie Professurvertreter an der Bergischen Universität Wuppertal. Nach einer Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Göttingen ist er seit März 2026 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der RWTH Aachen. Zum Start seines ERC Starting Grants wird er an die TU Dortmund wechseln.

Über den ERC Starting Grant
Der Europäische Forschungsrat fördert mit den Starting Grants herausragende Nach­wuchs­wissen­schaftler*innen, deren Promotion zwischen zwei und sieben Jahren zurückliegt. Das Programm bietet ihnen die Möglichkeit, ihre wissenschaftliche Karriere unabhängig voranzutreiben. Wer einen ERC Starting Grant beantragt, muss sein Potenzial für wissenschaftliche Unabhängigkeit und Reife bereits nachgewiesen haben.